Mittwoch, 26. Juli 2017

Rezension zu Auf ewig dein- Time School- von Eva Völler

Ein toller Auftakt für eine neue Reihe!
 
Bildergebnis für time school eva völler
 
 

Inhalt vom Buchrücken:

Anna und Sebastiano sind zurück! Das Traumpaar der Zeitenzauber-Trilogie ist nach vielen bestandenen Abenteuern zu Zeitreiseprofis gereift. Grund genug, um eine eigene Zeitreiseschule in Venedig zu gründen. Dem Ort, wo die Liebe und die Reisen durch die Zeit ihren Anfang fanden.
Ihre ersten beiden Novizen sind die verführerische Fatima, ein Haremsmädchen aus dem 13. Jahrhundert, und der draufgängerische Ole, Sohn eines Wikingerhäuptlings. Die erste gemeinsame Mission zum Hofe Heinrichs des Achten gerät aber zum Debakel. Anna und Sebastiano haben alle Hände voll zu tun, ihre Zöglinge zu bändigen, als ein unerwarteter Besucher aus der Zukunft auftaucht und einen grausamen Tribut von Anna fordert: »Opfere deine große Liebe, damit die Zukunft fortbestehen kann!«

Meine Meinung:

Ich habe die Zeitenzauber-Reihe geliebt und war ganz aus dem Häuschen als ich erfahren habe, dass es endlich mit Anna und Sebastiano weitergeht!
Ich muss sagen, ich habe sehr gemischte Gefühle. Ich habe etwas ganz anderes erwartet. Mit einer Zeitreiseakademie habe ich gar nicht gerechnet, aber die Idee gefällt mir sehr gut. Doch leider ist es noch gar keine richtige Schule, sondern eher so, dass Anna und Sebastiano drei Schüler aus unterschiedlichen Epochen rekrutiert haben und sie mehr oder weniger mitschleifen, denn beide haben ganz ihre eigene Probleme.

Ich fand es ein bisschen verwirrend. In der vorherigen Reihe war die Aufgabe ziemlich klar, dass sie den Lauf der Zeit retten müssen. Diesmal schien für mich jedoch kein klarer roter Faden erkennbar. Auch hatte ich nicht den Eindruck, dass sie wirklich die Zeit retten müssen, die droht auseinanderzubrechen, sondern dass es diesmal um eine ganz eigene persönliche Fehde ging, denn Annas Feinde sind plötzlich aus den Tiefen der Hölle zurück gekrochen.

Die Geschichte dreht sich diesmal in der Tudorzeit, am Hofe des Königs Heinrich der Achte, der berühmt dafür ist, all seinen Frauen und Widersachen kurzerhand die Köpfe abzuschlagen. Die damalige Epoche ist sehr gut rübergekommen und ich habe einen tollen Einblick in das damalige Leben, sowie über den König als Charakter selbst bekommen. Das ist Eva Völler wieder ausgezeichnet gelungen!  Ich freue mich schon sehr darauf zu erfahren in welche Zeit und in welches Land uns die Autorin in ihren nächsten Bänden entführen wird.

Zitat:
Heinrich war fast so cholerisch wie die Herzkönigin aus Alice im Wunderland, die ständig "Kopf ab!" gerufen hatte, wenn ihr jemand nicht passte.
Seite 38

Anna und Sebastiano sind jetzt erwachsen und verlobt. Ich bin ein bisschen traurig, wenn ich miterlebe, wie sie älter werden. Es kommt mir vor, als wären sie meine eigenen kleinen Geschwister gewesen, wo ich nun mit ansehen muss, wie sie älter werden und aus den Kinderschuhen hinauswachsen. Anna ist mittlerweile ein Profi in Zeitreisen. Gemeinsam mit Sebastiano begibt sie sich immer wieder in die Vergangenheit und löst geschickt Probleme. Sie kennt sich bestens im musischen Bereich aus, beherrscht sämtliche Tanzschritte aus dem EFF, weiß alles über die Mode und damaligen Sitten und Gebräuche und macht allen Geschichtslehrern Konkurrenz.
Sie entspricht durch und durch dem Klischee einer jungen Frau, ist naiv, mag keine Gewalt, ist ziemlich ängstlich und fällt sogar mal in Ohnmacht. Das fand ich ein bisschen schade. Ich hätte gern ein wenig mehr Mut und Sturheit und Eigensinn erwartet, wie im ersten Band.
Sebastiano ist einfach ein toller Kerl! Aber auch er ist erwachsen geworden. Er ist kein junger Macho mehr, sondern ein Mann, der offen Anna liebt, sich um sie sorgt und viel zu sehr vernünftig ist. Reifer. Er übernimmt das Kämpfen, powert sich aus und löst die Probleme auf typisch männliche Art. Ich musste ihn einfach gern haben. Unkompliziert. Freundlich. Sympathisch.

Doch dazu kommen noch ein paar weitere liebenswerte Charaktere.
Fatima ist eine ehemalige Favoritin des Sultans und wurde von Anna und Sebastiano aus dem Harem befreit. Sie hat Schneid und das gewisse Etwas. Nicht nur dass sie bildschön ist, eine orientalische Orchidee, wie Heinrich der VIII. zu sagen pflegt, sondern, dass sie kämpferisch ist, stark, selbstbewusst und mit ihren Messern um die eigene Achse wirbelt. Sie nimmt kein Blatt vor dem Mund und hat einfach das Feuer zu ihrer scharfen Zunge.
Ole ist ein waschechter Wikinger. Für mich wirkte er aber immer durch seine raue grobe Art wie ein Teddybär zum Kuscheln. Ich konnte ihn einfach nicht Ernst nehmen.
Ganz besonders haben mir aber der schüchterne Walther gefallen, der gerne liest und schreibt und mit Waffen nichts am Hut hat, sowie der Zwerg Barnaby, der als Spaßkasper dem König diente, ehe er seine zwielichtigen Dienste anbietet. Er ist ein richtiger Goldschatz mit seiner fröhlichen, humorvollen Art. Er übersieht Beleidigungen einfach und sieht alles mit einer Leichtigkeit, von der man sich eine Scheibe abschneiden sollte.

Zitat:
"Deine Buchstaben sehen aus wie die Spuren eines betrunkenen Stelzvogels im Schlamm."
Seite 76

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist flüssig zu lesen und beschreibt die damalige Zeit sehr gut. Dennoch konnte sie mich diesmal nicht mit ihrem Zauber einnehmen. Mir hat die Geschichte insgesamt sehr gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf die folgenden Teile, aber der Funke ist dennoch nicht übergesprungen.
Aber ich liebe die kreativen Sätze, die die Autorin durch die Umwandlung durch die intergalaktischen Translator, bastelt. So schön blumig und zum Lachen! Die blumige Art lockert jede ernste Situation auf und gestaltet die Dialoge so herrlich, frisch und bunt, dass selbst bei regnerischem Wetter draußen, beim Lesen die Sonne scheint.
Gern hätte ich auch mehr über die Hintergründe der Charaktere erfahren. Vermisst Ole eine Schwester? Und wie kommen Annas Eltern damit klar, dass sie soweit weg in Italien statt in Deutschland wohnt?
Auch wurde für mich zu viel wiederholt an Erläuterungen, die ich bereits wusste, das sich denke, dass das Buch sich vor allem an jüngere Leser ab 12 Jahren richtet, aber auf der anderen Seite ist das Geheimnis, die Lösung, die Anna und Sebastiano finden müssen auch ganz schön...nun ja...eher für ältere Leser.

Die Spannung war ziemlich gleich bleibend. Doch zum Ende hin, nahm die Geschichte richtig an Fahrt auf und ich musste rasant durch die Seiten fliegen.

Fazit:

Time School- Auf ewig dein hat mir solide gefallen. Ich hatte Spaß, mochte die Charaktere und die Handlung, dennoch war es für mich ein bisschen wirr und unsortiert und dass eine oder andere hat mir einfach für den Zauber und magischen Lesemoment gefehlt.

4 Sterne

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