Freitag, 15. August 2014

Rezension von Zeitgenossen Bd. 1 - Gemmas Verwandlung von Hope Cavendish



Inhalt auf dem Buchrücken:
1599 in London. Die junge Apothekertochter Gemma Winwood wird im Hafen von Vampiren überfallen. Der Vampir Viscount Arlington rettet sie, indem er sie in seinesgleichen verwandelt. Er zeigt ihr, wie sie mit ihrem neuen Dasein umgehen kann und dass sie keine Menschen töten muss, um zu überleben. Doch Arlington scheint ein Verräter zu sein und Gemma flieht aus London. In einem kleinen Dorf in Südschottland findet sie für eine Weile Zuflucht – bis die Bewohner sie dort der Hexerei bezichtigen. Dies soll indes nicht die letzte Bedrohung bleiben, der Gemma ins Auge blicken muss. Sie trifft auf gefährliche Feinde und findet dennoch auch echte Freunde, die allesamt ihre Wegbegleiter werden. Ihre Zeitgenossen. Gemmas Verwandlung ist der Auftakt der Roman-Serie Zeitgenossen. Im Mittelpunkt der Serie steht die Vampirin Gemma, die im Laufe der Jahrhunderte erfährt, was es bedeutet, unsterblich zu sein. Sie wird zur Zeitzeugin vieler historischer Ereignisse, erlebt Kriege, Entdeckungen und Revolutionen, begegnet der Liebe, dem Kampf und dem Tod. Ihre Freunde stehen ihr dabei oft zur Seite, doch ihren Weg muss Gemma letztendlich selbst finden.

Buchtrailer:



Meine Meinung:
Ungewöhnlich aber nicht minder gut zu lesen.

Solch eine Art Roman habe ich noch nie gelesen. Ich meine damit nicht, das Genre, sondern den Schreibstil und die Art und Weise wie wir Gemma durch die Jahrhunderte begleiten. Aber nachdem ich mich erst einmal eingelesen hatte war ich drin, gefesselt und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Zeitgenossen ist der erste Band einer Roman-Serie, in der wir als Leser die Vampirin Gemma durch mehrere Jahrhunderte begleiten. Sie wird Zeitzeugin historischer Ereignisse, erlebt Kriege, gewinnt an Menschenkenntnis (denn Mensch und Vampir sind sich gar nicht mal so unähnlich), verstrickt sich in Liebesnetzen und ist unsterblich.- Und dann hat man sehr viel Zeit.
Es ist ein historischer Roman mit einem guten Schuss Fantasy, der sich zum Ende hin immer mehr zuspitzt und mich als Leser atemlos zurücklässt. Schon jetzt möchte ich sofort zu Band 2 greifen.

Die Handlung beginnt mit Gemmas Verwandlung und ihre persönlichen Folgen daraus. Alles scheint rasend schnell zu gehen. Verrat. Intrige und plötzlich findet sie sich mitten in einem Hexenprozess wieder!
Wo die Geschichte in den Gassen Londons begann, führt sie über verschlungene Umwege nach Oxford und weiteren bekannten Universitätstätten Englands. Gemeinsam begleitete ich Gemma und ihre Freundin Maddy, wie sie sich in den schwierigen Zeiten der Kriege und alten Traditionen durchschlagen. Sie müssen sich teils als Mann ausgeben, da Frauen in der damaligen Gesellschaft nicht geachtet wurden. Dennoch trennen sich kurzweilig beider Wege. Gemma kehrt nach vielen Jahrzehnten in ihre Heimatstadt zurück, durchlebt die Pest und das Große Feuer 1666 und begegnet ihrer ersten großen Liebe.
Die erste Hälfte des Buches vergeht ziemlich schnell. Von England geht es nach Neufrankreich in ein noch leeres Amerika, wo das Hauptziel des Buches an Fahrt gewinnt.
Schließlich geht es mit einem beachtlichen Vermögen, dass sich die beiden Frauen in den beiden Jahrhunderten angehäuft haben (schließlich brauchen sie kein Geld für Essen) nach Frankreich in eine Kleinstadt, ja fast schon Dorf und endet schließlich in Paris.
Die Zeit in Frankreich ist besonders detailliert, ja die Jahre rasen mir auch nicht mehr unter den Fingern weg, sondern vergehen gemächlich. Wir werden die damalige Gesellschaft eingeführt und in die Enge getrieben.

Denn Gemma gehört ganz einfach ausgedrückt zu den "guten" Vampiren und ernährt sich ausschließlich von Tierblut, welches sie in den Nächten auf der Jagd trinkt. Doch dann gibt es da noch eine gefährliche Sekte. Die Sybarites - waschechte blutrüstige Vampire, die es besonders auf Jungfrauen abgesehen haben.

Und die Sybarites lassen einen nicht so leicht in Ruhe - auch Gemma nicht.

Die Protagonistin Gemma war mir auf Anhieb sympathisch. Sie weiß genau was sie will und wie sie es erreichen kann. Sie ist selbstständig und steht trotz der Zeit, in der sie hineingeboren wurde selbstsicher auf beiden Füßen und wenn ihr etwas nicht passt, sagt sie laut ihre Meinung. Sie begibt sich allein auf die Suche, lässt Enttäuschungen hinter sich und hält sich nie lange an einem Ort auf.
Sie ist zielstrebig, lässt sich nicht über den Mund fahren und gibt sich nicht einfach mit der Rolle einer braven, zurückhaltenden Ehefrau ab! Das fand ich sehr gut.
Jedoch hat auch Gemma ihre schwachen Seiten. Sie ist in bestimmten Dingen sehr naiv und geht manchmal die Dinge etwas zu Optimistisch an. Auch war ich immer wieder erstaunt, wie schnell sie doch der Liebe verfällt - doch dies tat der Figur keinen Abbruch, so wirkte sie nur lebendiger.

Des weiteren wird Gemma auf ihrer Reise von vielen weiteren Protagonisten begleitet.
Zum einen wäre da ihre beste Freundin Maddy. Maddy war erfrischend fröhlich, sympathisch und ich hätte gerne eine so gütige und liebevolle Freundin wie sie an meiner Seite. Manchmal verkörperte sie für mich eine Art große Schwester oder Mutterrolle.
Des weiteren treffen wir auf den Vampir Viscount Giles Arlington und Don Francisco de Alvarellos, sowie einige Menschen mit dem Wissen welch wahrer Natur ihre Freunde sind.
Besonders gut hat mir auch der überschnabelte Marquis de Momboisse, Mitglied der französischen Sybarites, gefallen. Sein übertrieben fröhliches Gehabe fand ich einfach erfrischend herrlich zu lesen und in Duc de Longueville sehe ich den geborenen Anführer der Sybarites De Sang.

Der Schreibstil wie oben bereits erwähnt war für mich recht ungewöhnlich, da besonders die ersten Kapitel recht schnell abgehandelt wurden und für mich daher mehr emotionslos und wie eine Rückblende erzählt wurden. Aber das macht durchaus Sinn und nach dem ich mich eine Weile eingelesen hatte, störte mich dies auch gar nicht mehr und war für mich einfach eine völlig neue Erfahrung.
Die Spannung baut sich Stück für Stück auf. Am Anfang ist es nur ein leichtes Prickeln, welches jedoch zum Ende hin einen gewaltigen Schauer ausufert.

Insgesamt hat mir die bisherige Reise sehr gut gefallen und bin besonders gespannt darauf, welche Kontinente Gemma in Zukunft noch besuchen wird und wie es weitergeht mit ihrem Leben und welcher Charakterwandlung sich Gemma vom Jahre 1599 bis in die heutige Gegenwart unterzieht.

Auf ihrer Homepage gelangt ihr zu vielen Informationen über reale Ereignisse und Personen und auch über die Autorin Hope Cavendish selbst: *Zeitgenossen*

Ich muss außerdem sagen, dass ich die Geschichte sehr gut recherchiert finde und vieles aus meinem Schulunterricht wieder erkannt habe.
Des weiteren wirkt der Handlungsverlauf zwar klar, dennoch baute sie immer wieder kleine Überraschungen ein und krasse Geschehnisse, bei denen sich mir der Magen umdrehte. Ein Lesespaß vom Feinsten!

Hier gelangt ihr auch zu der Wanderbuchaktion.

http://blaueblaubeere.blogspot.de/2014/08/wanderbuchaktion-zu-zeitgenossen-gemmas.html




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