Dienstag, 19. August 2014

Blogparade: Was bedeutet für mich Kreativität und wo hilft sie mir im Alltag

Der Titel sagt es schon. Heute möchte ich meinen Gedanken einmal freien Lauf lassen - und zwar zum Thema Kreativität.
 
 
Anita Ludwig , (*1964), Fachtherapeutin für Psychotherapie HPG, Dozentin für Psychologie, Kommunikation und Lerntraining


Kreativität verbinde ich mit Phantasie. Wenn ich etwas Kreatives schaffen möchte, dann blende ich die Realität aus und falle wie Alice im Wunderland durch einen Tunnel aus Wunschdenken. Ich bin ein Tagträumer. Ich kann stundenlang mit offenen Augen träumen, ich male mir Zukunftsszenarien aus, zeichne Häuser und Wohnungen in denen ich später leben werde, schreibe Einkaufslisten, welche ich vielleicht mit 30 schreiben würde und male mir aus wie mein Leben mit 30, 50 und 70 ist. Ich stelle mir vor, wie ich als ältere Dame in Venedig auf einem Balkon sitze, auf den Canal Grande hinausschaue und mein Leben in Bildern an mir vorbeizieht, weil ich einen Italiener geheiratet habe, den ich bei einem AuPair Jahr kennenlernte.
Ein anderes Szenarium zeigt mit Mitte 20, blutjung und hübsch. Ich arbeite in einem Krankenhaus in Sydney, in wieder einem anderen Traum von der Zukunft habe ich ein Haus am Mittelmeer, vielleicht Mallorca, unser "17. Bundesland", vier Kinder, einen tollen Mann und eine Affäre mit meinem Traummann.
Es macht mir Spaß so über mich selbst nachzudenken, auch wenn ich weiß, dass vieles vielleicht niemals passieren wird.
 
Am meisten nutze ich die Kreativität beim Schreiben. Ich schreibe sehr viel. Und es sind nicht unbedingt immer Geschichten und Romane, es sind manchmal auch nur Charakterbeschreibungen von Personen, die ich mir ausdenke. Da gibt es zum Beispiel die Fee Ambrosie Blütenschön, sie hat strahlende saphierblaue Augen, und mit einem perlenden Lachen zeigt sie mir ihren verwunschenen Garten in dem rosa Bäume stehen, deren Baumkronen wie weiche Zuckerwatte aussehen. Schmetterlinge flatterten in silbrigen Seifenblasen durch die Luft, das Gras glitzert hellblau und kleine süße bunte Frösche springen darin herum.
Oder ich analysiere das Leben der jungen Vampirin Madame Deshoulieres, auch Lady Desh genannt. Sie hasst diese raubtierhafte Gier nach dem Blut der Jungfrauen, sie lebt in einer alten Ruine eines Schlosses in einem Weingut, trägt im 21. Jahrhundert Lockenperücken und lange weite Kleider aus schweren Samtstoffen und pudert ihre durchscheinend weiße Haut mit braunem Bronzepuder, weil sie kein Vampir sein will.
 
Manchmal bin ich auch eine Sozialarbeiterin oder Anwältin und erwecke auf meiner Tastatur Personen zum Leben, die tatsächlich existieren könnten. Mit komplizierten Familienverhältnissen, wo der Bruder erschossen wurde, die Tochter erfährt dass ihre leibliche Mutter die Freundin ihrer Mutter ist. Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterschreiben, weil Schreiben wirklich meine Lieblingsbeschäftigung ist. Ich schenke meinen Großeltern Weihnachtsgeschichten und denke mir für meine Mutter das schildkrötenhafte Erlebnis vom Osterhase aus.
 
Ich nutze meine Kreativität auch beim Zeichnen. Oft zeichne ich nur ab, aber manchmal da packt mich dann diese geheimnisvolle Aura der Kreativität und Phantasie und ich zeichne einfach drauf los, ohne Plan, was ich am Ende auf dem karierten Papier vor mir haben werde.
 
Ich bin sehr kreativ bei Geschenken. Ich bin ein Mensch, der bei allem, was er tut, sich immer wahnsinnig viel Mühe gibt. Wenn ich ein Geschenk einpacke, muss immer etwas Süßes dabei sein. Es muss eine persönliche Note haben und stundenlang zerbreche ich mir den Kopf was dem- oder derjenigen gefallen könnte.
 
Die Kreativität kommt oft ganz plötzlich, oft abends, wenn ich im Bett liege und einschlafen möchte. Ich habe daher jetzt immer einen Kritzelblock neben meinem Bett, damit ich nicht jedes Mal aufspringen muss, um zum Schreibtisch zu hechten. Sie kommt oft, wenn ich zu tun habe und eigentlich etwas anderes machen müsste. Habe ich aber Zeit und viel Freiraum und denke, na jetzt mach ich mal was schönes, dann ist sie weg und mein Kopf wie leer gefegt.
 
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kreativität am liebsten zu mir eilt, wenn ich alleine bin oder in einer Krise. Und wie so oft hilft sie mir mit der Krise fertig zu werden. Ich habe diesen Blog hier gegründet, als meine Mutter im Krankenhaus war und ich das Gefühl hatte, dass mein Opa starb. Er lag schon im Krankenhaus und ich hatte ihn besucht und er war einfach nicht mehr er selbst. Er hat die Augen nicht mehr aufbekommen und nur genuschelt, dass er nach Hause wolle. An diesem Abend schrieb ich meine erste Rezension. 4 Tage später starb er und der Blog half mir meine Trauer in kreative Schöpfungskraft umzuwandeln.
 
Ich brauche oft Veränderungen in meinem Leben. Mein Zimmer räume ich gerne um und dekoriere neu, ich reise viel und gern und habe eine ellenlange Liste an meiner Pinnwand wo ich überall einmal hinmöchte. Ich möchte die Polarlichter sehen und in einem Iglu schlafen, ich möchte nach Madagascar und Rio de Janeiro. Ich möchte auf der Chinesischen Mauer stehen und gleichzeitig mit dem Schiff unter die Niagara Falls hindurch fahren.
Ich weiß, wohin ich möchte und ich weiß, dass ich die Welt sehen möchte, in fremde Kulturen eintauchen ... und auch da hilft mir die Kreativität.
 
Ich bin kreativ im Haushalt. Meist jedoch nur mit Musik. Wenn ich die Küche putze und das Radio läuft, dann kann ich beim Wischen tanzen, mit der einen Hand den Geschirrspüler ausräumen und mit der anderen nach dem Lappen angeln.
 
Beim Backen mag ich es gar nicht einen Kuchen zweimal zu backen. Klar ich mache es hin und wieder schon, aber am liebsten suche ich mir neue Anregungen aus Zeitschriften oder dem Internet und da ich nie alles haargenau wie der Kuchen im Originalrezept hinbekomme, weil ich nie die gleichen Zutaten habe oder den Grundteig im Ofen vergesse, oder die Sahne nicht mehr gut ist...dann werde ich kreativ und denke mir etwas aus, wie meine Torte doch noch gelingt.
 
Auch beim Kochen handle ich oft intuitiv. Ich koche sehr gerne. Am Besten kann ich paniertes Schnitzel mit Mehl, Ei und Paniermehl. Und dann pansche und matschte ich schön herum, aber dann ist mir das wieder zu langweilig und ich probiere eine andere Reihenfolge aus, lege das Schnitzel noch in Milch und mische Nüsse unter die Semmelbrösel.
Am liebsten brate ich aber Nudeln mit Soßen. Und oft leere ich den ganzen Gewürzschrank über der Pfanne aus, ohne Abzuschmecken, aber es schmeckt jedes Mal gut. meine Oma bringt mir oft so klassische Dinge bei wie Hühnersuppe und Frikassee. Und auch da siegt meine Kreativität und die Phantasie. Wenn ich das Fleisch vom Huhn zerre und zupfe und tausendmal mir die Finger verbrenne, wenn ich die Knochen und Gelenke und Knorpel auseinander reiße, dann stelle ich mir manchmal vor, dass ich ein Haus daraus baue oder ein Floß.
 
Ich bin ein sehr unempfindlicher Mensch. Ich mag Spinnen und Kröten, seziere gerne Wildschweingehirne und es macht mir nichts aus einem Hirsch das Fell abzuziehen. Ich habe diesen Sommer sogar Quallen zerrissen, um zu sehen was passiert.
Ich weiß nicht genau was das mit Kreativität zu tun hat. Es ist glaub ich mein Wissensdurst. ich bin ein sehr neugieriger Mensch und betrachte oft viele Dinge von der wissenschaftlichen Seite.
Und das wiederum verbinde ich mit der Kreativität. denn warum sollte ein Forscher nicht kreativ bei seiner Arbeit sein?
Mein Vater hat mir einmal gesagt, ich sollte Pathologe werden. Das passt zu mir. Aber mittlerweile spielt der Pathologe ja nicht mehr nur mit Leichen, sondern analysiert Blut. Und das wäre mir zu langweilig.
Ich brauche die Kreativität also in meinem Alltag und versuche sie überall mit anzuknüpfen.
 
So, das reicht glaube ich erst einmal. Ich finde die Kreativität sehr wichtig, daher habe ich hier noch ein paar schöne Zitate für euch rausgesucht.
 
 
 
Wilma Eudenbach(*1959), deutsche Publizistin
 
 


Dies ganze habe ich nun im Rahmen einer Blogparade geschrieben. Es wäre schön, wenn ihr mitmachen würdet.
Hier kommt ihr zum Ausgangsartikel von Sybille.

 

<3 Fiorella
 
 
 

Kommentare:

  1. Hallo Fiorella,
    dein Artikel sprüht geradezu vor Kreativität!!! Besonders gefällt mir die Vorstellung, als alte Dame auf dem Balkon in Venedig zu sitzen...
    Deine Kochkünste kann ich nachvollziehen, ich bastel auch immer alles um :)
    Vielen Dank fürs Mitmachen und einen wundervoll kreativen Tag!
    LG
    Sybille

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    1. Hey Sybille,
      vielen Dank. Ja man muss doch Träume haben :-)

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